Forschungsprojekte

DICTUM-Braunschweig Digitale Kommunikationshilfen für nicht-deutschsprechende Patienten im Rettungsdienst

Die Erprobung und Weiterentwicklung für den städtischen Raum Braunschweig erfolgt über das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) nach der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen im Rahmen des Programms „Soziale Innovation“. Mitfinanziert wird das Vorhaben von der Malteser Hilfsdienst gGmbH, aidminutes GmbH sowie dem Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Göttingen.

Kooperationen

Stadt Braunschweig, Malteser Rettungsdienst Braunschweig, aidminutes GmbH, Interdisziplinäre Notaufnahme (INA) der Universitätsmedizin Göttingen

Registrierung der Studie

Deutsches Register für Klinische Studien (ID: DRKS00016719)

Zusammenfassung

Dass Patient*innen ihre Beschwerden gegenüber Ärzt*innen und anderem medizinischen Fachpersonal verständlich vermitteln können, ist die Grundvoraussetzung für jede darauffolgende Behandlung. In medizinischen Notfallsituationen müssen Einschätzungen und darauf basierende Entscheidungen häufig sehr schnell getroffen werden. Deshalb kann insbesondere in diesen Situationen wechselseitiges Nicht-Verstehen für nicht-deutschsprachige Patient*innen zu gefährlichen Situationen führen, wenn Vorerkrankungen, Medikamentenunverträglichkeiten oder Informationen über die bisherige medizinische Behandlung und nicht zuletzt der Grund der Alarmierung nicht erhoben werden können.

Durch das Notfallsanitätergesetz (NotSanG) wurden die Kompetenzen des Rettungsdienstpersonals ausgeweitet (z.B. eigenständiges Durchführen von heilkundlichen Maßnahmen), sodass ein sicheres Entscheiden in Notfallsituationen durch nicht-ärztliches Personal nun noch wichtiger wird.

Im Projekt DICTUM rescue soll eine digitale Kommunikationshilfe für den Rettungsdienst in der Stadt Braunschweig als Erprobungsort weiterentwickelt, erprobt und evaluiert werden. Diese soll eine Verständigung mit nicht-deutschsprechenden Patient*innen in medizinischen Notfallsituationen ermöglichen und so bestehende Sprachbarrieren überwinden. Somit soll deren medizinische Versorgung  und damit verbunden ihre Teilhabe am Gesundheitssystem verbessert werden.

Nach der Entwicklung in enger Zusammenarbeit mit den Akteur*innen im Feld wird die Kommunikationshilfe im Rahmen einer klinischen Studie eingesetzt, erprobt und evaluiert. Die klinische Studie ist als offene interventionelle, nicht-randomisierte Studie mit zwei Kontrollgruppen angelegt. Die Rekrutierung erfolgt in zwei Phasen: In der ersten Phase werden nicht-deutschsprechende Patient*innen, die die Kommunikationshilfe nicht nutzen (Kontrollgruppe I) und deutschsprechende Patient*innen, die die Kommunikationshilfe nicht nutzen (Kontrollgruppe II) rekrutiert. In der zweiten Studienphase ist die Kommunikationshilfe nutzbar, es werden zusätzlich Interventionspatient*innen rekrutiert. Primäres Outcome ist die Verbesserung der Kommunikation in Situationen mit Sprachbarrieren. Sekundäres Outcome ist die Verbesserung der Informationserhebung bei Patient*innen in Notfallsituationen. Explorativ werden Nachforderungen von Notärztinnen oder Notärzten, Einsatzzeiten, Anwesenheit von LaiendolmetscherInnen, sowie Nutzungsabbrüche und Nutzungsverhalten mitbeobachtet.

Ansprechpartner / Kontakt
Noack
Dr. Eva Maria Noack
Telefon:
+49 (0) 551 39-65745
Telefax:
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evamaria.noack@med.uni-goettingen.de