Forschungsprojekte

Drug Recall

Das Projekt "Drug Recall" untersuchte in einer Querschnittsstudie, was hausärztlich betreute Patienten über ihre Medikamente wissen.

Ca. 600 Patienten wurden persönlich, telefonisch oder postalisch anhand eines Fragebogens über ihre Medikamente (Name, Indikation, Einnahmedauer, Dosis etc.) befragt. Die Ergebnisse wurden mit den Verordnungsdaten der Praxis abgeglichen und im Kontext der erhobenen soziodemographischen Daten ausgewertet. Zudem wurden die verschiedenen Erhebungsarten verglichen.

Ausgangssituation

Viele Menschen müssen aufgrund von Erkrankungen regelmäßig Medikamente einnehmen. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass ein besseres Verständnis und Wissen über die einzunehmenden Medikamente die Zufriedenheit der Patienten und die Adhärenz der verordneten Medikation erhöhen.

Bei Patienten besteht ein ungedeckter Informationsbedarf über die von ihnen regelmäßig eingenommenen Medikamente, insbesondere über die während eines Krankenhausaufenthalts erhaltene Medikation, sodass der Aufklärung und Information über neue Medikamente in der Allgemeinarztpraxis eine wichtige Rolle zufällt.

Bei bestimmten Medikamentenklassen (z. B. kardiovaskulären Medikamente) besteht ein erhöhter Informationsbedarf. In einer Arbeit der Universitätsklinik Heidelberg zeigten sich die Patienten mit den erhaltenen Informationen zu Name, Einnahmegrund und Anwendung weitgehend zufrieden, während ein Mangel an Information zu Nebenwirkungen beklagt wurde.

Die Zufriedenheit mit der erhaltenen Information scheint mit der selbst berichteten Adhärenz zusammenzuhängen, wobei besonders die Qualität der Information wichtig zu sein scheint.

Studienziele

Ziel der Studie war zu untersuchen, welche Angaben Patienten über ihre ärztlich verordneten Medikamente machen können.

Weiterhin wurde ein Vergleich von drei unterschiedlichen Datenerhebungsmethoden (persönliches Interview, telefonische und postalische Befragung) durchgeführt. Die erhobenen Daten wurden mit den Verordnungen des Hausarztes abgeglichen.

Die folgenden Fragestellungen sollten genauer untersucht werden:

Studiendesign

Es handelte sich um eine Querschnittsstudie. In der Studie sollten Patienten aus zehn bis fünfzehn allgemeinmedizinischen Praxen im Raum Göttingen und Westthüringen über ihre Medikation befragt werden. Es handelte sich um eine Gelegenheitsstichprobe (EDV-Dokumentation der Medikamentenverordnung).

Die Datenerhebung wurde auf drei verschiedene Arten durchgeführt: postalisch, telefonisch und mündlich / Interview.

Studienstand

Die Patientenbefragungen erfolgten von Juli bis September 2010.

Ansprechpartner / Kontakt
Jean-François Chenot
Prof. Dr. med. Jean-François Chenot, MPH
Universitätsmedizin Greifswald, Direktor der Abt. Allgemeinmedizin
Telefon:
+49 (0)3834-86-7743
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jchenot@uni-greifswald.de
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